Preisträger

Hier finden Sie die bisherigen Preisträger des Crime Cologne Awards.

 

 

HANNAH COLER

Gewinnerin in 2018 mit »Cambridge 5« (Limes)


Das Urteil der Jury:

Glänzend recherchiert, hochinformativ und dabei höchst vergnüglich zu lesen, erzählt Hannah Coler auf verschiedenen Zeitebenen die Geschichte der Spionage in der britischen Universitätsstadt Cambridge. […] Das alles anhand von wunderbar schillernden Charakteren. Ihr unter Mordverdacht stehender Professor Hunt beispielsweise ist ein charmantes Scheusal voller Brüche. Erstaunlich ist, wie souverän und unterhaltsam die Wissenschaftlerin Urbach ihre Geschichte erzählt. Dass sie viel weiß, steht außer Frage – sie kennt die wahre Geschichte der Spionage in Großbritannien bis in die letzte Akte, aber sie kennt auch die literarischen Adaptionen des Themas, zum Beispiel von John Le Carré, der wiederum selbst in Cambridge studierte und spionierte. Trotzdem überfrachtet sie ihr Buch nicht mit ihrem Wissen, und das muss man ihr hoch anrechnen. Außerdem ist „Cambridge 5 – Zeit der Verräter“ voll von herrlich bösen, glänzend beobachteten Seitenhieben auf den Universitätsbetrieb mit all seinen Fallstricken und Eitelkeiten.


gregor_weberGREGOR WEBERasphaltseele cover

Gewinner in 2017 mit »Asphaltseele« (Heyne Hardcore)


Das Urteil der Jury:

Der Ton überzeugt von Anfang an. Straßenslang – und zwar gleich in mehreren Dialekten – authentisch und absolut unpeinlich hinzukriegen, ist ganz hohe Kunst. Gregor Weber, der auch Schauspieler ist, hat ein Ohr für Sprache. Sein neuer Held Ruben Rubeck, abgewrackter Bulle und Ex-Soldat, lebt und arbeitet, raucht und trinkt im Frankfurter Bahnhofsviertel. Sein Ehrgeiz geht normalerweise gegen Null. Aber als er auf dem Weg zu seiner Lieblingskneipe in eine Schießerei verwickelt wird, werden alte, längst verloren geglaubte Instinkte geweckt.Gregor Weber versucht erst gar nicht, den Krimiklischees auszuweichen, sondern spielt souverän mit ihnen. Und ein tolles Porträt von Frankfurt liefert er nebenbei auch noch ab. Rotzig, warmherzig, noir.


preisträger-simone-buchholzSIMONE BUCHHOLZ

Gewinnerin in 2016 mit »Blaue Nacht« (Suhrkamp Nova)

Das Urteil der Jury:

Die große Kunst von Simone Buchholz ist, dass ihre Sätze lässig wirken, lakonisch, ein bisschen schräg, wie nebenbei hingehauen. Tatsächlich jedoch ist BLAUE NACHT ungemein klug und präzise komponiert und auf den Punkt erzählt. Wenige Sätze genügen der gelernten Journalistin, um das schummrige Hamburg-Sankt Pauli überzeugend und atmosphärisch dicht hinauf zu beschwören. Originell und mit hintergründigem Humor taucht sie in die Köpfe, Herzen und Lebenslügen ihrer durchweg kantigen Akteure und verleiht ihnen so eine tiefe Menschlichkeit. Dies gilt selbstverständlich in besonderem Maße für die Hauptfigur: Die kettenrauchende, Astra-Pils-trinkende Staatsanwältin Chastity Riley mit den wohlkaschierten Narben auf ihrer Seele, die eigentlich in den Opferschutz strafversetzt worden ist, sich dann aber doch in den Kampf mit einer Drogenmafia stürzt, der eigentlich gar nicht zu gewinnen ist. Dass dieses Szenario beklemmend real wirkt – und realistisch ist – verleiht diesem Kriminalroman seine Brisanz. Simone Buchholz findet die perfekte Balance zwischen Coolness, Humor und Melancholie. Augenzwinkernd und charmant spielt sie wie nebenbei mit der – klassisch männlichen – Hardboiled-Erzähltradition und packt und berührt bis zum überzeugenden Schluss.


BERNHARD AICHNERpreisträger-cover-totenfrau

Gewinner in 2015 mit »Totenfrau« (btb)