Jury gibt die Shortlist des Crime Cologne Award 2019 bekannt

Jury Crime Cologne Award 2019

 

Die Jury des Crime Cologne Award, bestehend aus dem Jury-Vorsitzenden Mike Altwicker, dem Autor Marc Raabe, der Moderatorin Margarete von Schwarzkopf und den Journalistinnen Petra Pluwatsch und Birgitt Schippers, hat die vier Titel bekannt gegeben, die auf der Shortlist des Crime Cologne Award 2019 stehen:

»Der dunkle Bote« von Alex Beer (Limes Verlag)

»Berlin Prepper« von Johannes Groschupf (Suhrkamp Verlag)

»Liebes Kind« von Romy Hausmann (dtv Verlag)

»Sojus« von Martin von Arndt (Ars Vivendi Verlag)

Die Jurybegründungen  lauten wie folgt:

»Der dunkle Bote« von Alex Beer (Limes Verlag)

Alex Beer gelingt es, den Wiener Schmäh zum Leben zu erwecken, ohne durch zu viel Dialekt den im Österreichischen ungeschulten deutschen Leser vor unüberwindbare Probleme zu stellen. Mehr oder weniger sympathische Protagonisten erwecken ein düsteres und beklemmend wirkendes Wien, das mit dem London eines Jack the Ripper mithalten kann. Es gibt wenig Glanz und Licht, kein Pomp and Circumstances, in Alex Beers Wien, und die Hoffnung scheint gänzlich aus dieser Stadt gewichen zu sein. Aber diese schonungslose Art des Beschreibens unterscheidet Alex Beer von zahlreichen anderen Autoren zeitgeschichtlicher Kriminalromane. Dabei ist es eher die Atmosphäre als die zahlreich en passant eingestreuten Fakten, die diesen Roman vor Leben sprühen lassen. Eines ist am Ende dieses dritten Romans um August Emmerich klar: Die gute, alte Zeit entsteht nur in der sentimentalen Rückschau, und die Donau ist nie wirklich blau gewesen. Was Volker Kutscher für Berlin ist, ist Alex Beer für Wien!

»Berlin Prepper« von Johannes Groschupf (Suhrkamp Verlag)

Johannes Groschupf ist mit »Berlin Prepper« ein Großstadtroman von größter Aktualität gelungen. Ob Zeitung, Fernsehen oder Liveticker, die sozialen Medien nicht außer Acht lassend, erschaffen ein Zukunftsbild, das negativer und schlimmer nicht sein könnte. Kriege, Skandale, Naturkatastrophen, Terror, Fake News, menschliche und politische Verrohung setzen die Menschen zunehmend unter anhaltenden Stress. Groschupfs Roman ist somit gleichzeitig ein Thriller von höchster literarischer Qualität als auch auf der Metaebene feinste Gesellschaftskritik. Seine Dialoge sind pointiert und sprachlich authentisch. Sein Protagonist ist dabei alles andere als ein Held. Und diese Kombination macht die Qualität und den Reiz dieses Romans aus.

»Liebes Kind« von Romy Hausmann (dtv Verlag)

Die Qualität von Romy Hausmanns Debüt zeigt sich bereits im ersten Satz. Hier zeigt sich ein großes Gespür für die Dramaturgie des Textes, über den sie bis zur letzten Seite die Kontrolle behält. Dabei ist die gewählte Struktur der drei Perspektiven ein grandioser Schachzug, um den Leser immer wieder in andere Richtungen zu lenken und mit neuen Spekulationen auf seinem Irrweg zurückzulassen. Überzeugend auch die Idee, die Geschichte mit ihrem vermeintlichen Ende beginnen zu lassen. Romy Hausmann hat sich mit ihrem ersten Roman sofort einen Platz unter den großen Nachwuchsautoren der deutschsprachigen Krimizunft gesichert.

»Sojus« von Martin von Arndt (Ars Vivendi Verlag)

Martin von Arndt schafft es auch in seinem dritten Roman mit seiner atmosphärischen, schnörkellosen Art des Erzählens und seinem Talent schnell Spannung zu erzeugen. Dabei gibt er seinen Protagonisten eine Tiefe, die ihnen den Platzhaltercharakter nimmt, sodass sie dem Leser wie alte Bekannte vorkommen. Von Arndt scheint zu jedem Zeitpunkt zu wissen, was sein Roman als historischen Hintergrund benötigt und läuft dabei niemals Gefahr, vom Krimi ins Sachbuchgenre abzudriften.

Der/die diesjährige Preisträger/in wird im Rahmen der Eröffnungsgala der Crime Cologne am 22. September 2019 bekannt gegeben.

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