Jury gibt die Shortlist des Crime Cologne Award 2017 bekannt

jury shortlist 2017

 

Die Jury, bestehend aus der Jury-Vorsitzenden Antje Deistler, der Autorin Melanie Raabe, der Moderatorin Margarete von Schwarzkopf, dem Autor Orkun Ertener und dem Buchhändler Klaus Bittner hat nun die drei Titel bekannt gegeben, die es auf die Shortlist des Crime Cologne Award 2017 geschafft haben:

»Illegal« – Max Annas (Rowohlt)

»Bühlerhöhe« – Brigitte Glaser (List)

»Asphaltseele« – Gregor Weber (Heyne Hardcore)

 

Die Jurybegründungen für die drei Titel lauten wie folgt:

Max Annas: »Illegal« (Rowohlt)

Keine Papiere, keine Rechte – keine Zukunft?

Der Historiker Kodjo kann nicht zurück nach Ghana, doch in Berlin darf er nicht mehr rechtmäßig bleiben. Getragen von einem Netzwerk von Freunden lebt er von Aushilfsjobs, in ständiger, bedrückender Angst vor Entdeckung. Als er Zeuge eines Mordes wird, kann er als Illegaler nicht zur Polizei gehen und entschließt sich, den Mörder selbst zu überführen. Damit wird Kodjo plötzlich selbst zum Gejagten, der in den Straßen der deutschen Hauptstadt um sein Leben laufen muss.

Präzise und beklemmend, so spannend wie berührend schildert Max Annas einen Teil der deutschen Wirklichkeit, der den meisten unbekannt ist, und setzt dabei einen verstörenden Schlussakkord, den kein Leser so bald vergessen wird.

 

Brigitte Glaser: »Bühlerhöhe« (List)

Brigitte Glaser ist mit ihrem Roman „Bühlerhöhe“ über ein Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte, in dessen Mittelpunkt ein geplantes Attentat auf den damaligen Kanzler Konrad Adenauer im Sommer 1952 im Zusammenhang mit dem Wiedergutmachungsgesetz steht, eine authentische und zudem spannende Mischung aus Politthriller, Spionageroman und Historie gelungen. Diese Annäherung an die frühe Nachkriegszeit führt dem Leser eindrücklich und zugleich unterhaltsam die mühevollen und langen Geburtswehen  der jungen Demokratie Westdeutschland vor Augen. Der Roman verdeutlicht gleichzeitig,  wie sehr auch Israel, vom Anbeginn seiner Existenz eng mit dem deutschen Schicksal verflochten, mit den Dämonen seiner Geschichte  kämpfen musste – und es bis heute muss.

Kein Krimi im klassischen Sinn, sondern vor allem packend erzählte Zeitgeschichte über ein fiktives Ereignis, das  unter dem Motto  steht:„ Es hätte sein können“.

 

Gregor Weber: »Asphaltseele« (Heyne Hardcore)

Der Ton überzeugt von Anfang an. Straßenslang – und zwar gleich in mehreren Dialekten – authentisch und absolut unpeinlich hinzukriegen, ist ganz hohe Kunst. Gregor Weber, der auch Schauspieler ist, hat ein Ohr für Sprache. Sein neuer Held Ruben Rubeck, abgewrackter Bulle und Ex-Soldat, lebt und arbeitet, raucht und trinkt im Frankfurter Bahnhofsviertel. Sein Ehrgeiz geht normalerweise gegen Null. Aber als er auf dem Weg zu seiner Lieblingskneipe in eine Schießerei verwickelt wird, werden alte, längst verloren geglaubte Instinkte geweckt.

Gregor Weber versucht erst gar nicht, den Krimiklischees auszuweichen, sondern spielt souverän mit ihnen. Und ein tolles Porträt von Frankfurt liefert er nebenbei auch noch ab.

Rotzig, warmherzig, noir.

 

Der/die diesjährige Preisträger/in wird im Rahmen der Eröffnungsgala der Crime Cologne am 22. September 2017 bekannt gegeben.

 

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