Interview mit Bernhard Jaumann // CC-Award Longlist 2019

Welches Buch haben Sie als Kind am meisten geliebt? Wissen Sie noch warum?

Ich muss gestehen, dass ich Karl-May-Fan war. Geschätzt habe ich vor allem „Durch die Wüste“ und „Unter Geiern“, also zwei abenteuerliche road movies durch fremde Kontinente.

Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?

Ich habe angefangen, weil ich dachte, dass das Spaß machen würde. Tut es manchmal ja auch.

Welche Krimi-AutorInnen sind Ihre literarischen Vorbilder?

Es gibt viele, die ich bewundere, z.B. Hammett, Dürrenmatt, William Marshall, Jean Vautrin und sicher noch andere, die mir ihre Nichterwähnung verzeihen mögen. Trotzdem muss, soll und will ja wohl auch jeder Autor sein eigenes Ding machen.

Wie sieht Ihr typischer Autorentag aus?

Ich sitze vormittags ein paar Stunden am Computer und ab spätem Nachmittag noch einmal ein paar. Wenn ich keine Lust zum Schreiben habe, beantworte ich Fragebögen.

Was machen Sie, wenn Sie nicht schreiben? Welche Hobbies haben Sie?

Auf die Frage, was seine Hobbies seien, hat der Lyriker Ernst Meister zu Protokoll gegeben: „Der Tod.“ Diese geniale Antwort wollte ich schon lange mal klauen.  

Welchen Klassiker möchten Sie unbedingt einmal lesen?

Das Gilgamesch-Epos

Welchem Buch eines anderen Autoren hätten Sie (noch) mehr Erfolg gewünscht und warum?

„Osama“ von Lavie Tidhar und „54“ vom Autorenkollektiv Wu Ming, weil das zwei großartige und im positiven Sinne verrückte Romane sind.

Haben Sie ein Lieblingsbuch?

Immer wieder mal, bis ihm eine neue oder alte Liebe den Platz streitig macht.

Welches Buch lesen Sie zur Zeit?

„Die Unscheinbaren“ von Dirk Brauns und Sekundärliteratur zum malerischen Werk von Caravaggio.

 Gibt es den perfekten Mord?

Jede Tat hinterlässt Spuren, hat Urheber und Opfer, Ursachen und Auswirkungen, die prinzipiell aufklärbar sind. Ein perfekter Mord wäre allenfalls einer, der gar nicht als Mord wahrgenommen wird. Ob ein solcher verübt wurde, kann gerade deshalb niemand wissen. Es sei denn, man selbst hätte ihn begangen. Ich würde also davon abraten, Ihre Frage ernsthaft beantworten zu wollen.