Heinrich Steinfest

Welches Buch haben Sie als Kind am meisten geliebt? Wissen Sie noch warum?

Donald-Duck-Hefte. DD war mein Einstieg in die Welt des Erzählens und wie man durchs Erzählen die Welt zu begreifen beginnt. Den Umweg über eine Ente nehmend.

Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?

Indem ich mit dem Malen aufgehört habe. Der kreative Geist verlangte Ersatz.

Welche Krimi-AutorInnen sind Ihre literarischen Vorbilder?

Patricia Highsmith und Friedrich Dürrenmatt, und – auch wenn die nicht als Krimiautoren gelten – Franz Kafka und Thomas Bernhard.

Wie sieht Ihr typischer Autorentag aus?

Büromäßig. Vormittags arbeiten, Mittagspause, nachmittags arbeiten, Feierabend. In der Nacht wird niemals gearbeitet, da schlafe ich.

Was machen Sie, wenn Sie nicht schreiben? Welche Hobbys haben Sie?

Jetzt mal abgesehen vom „Hobby“ des Familienlebens und der beruhigenden Hausarbeit, bemühe ich mich um eine gewisse Abhärtung meines alten Körpers mittels Schwimmen, Laufen, Yoga, Tai Chi, Saunieren und einer moderaten Form von Tischtennis.

Welchen Klassiker möchten Sie unbedingt einmal lesen?

Finnegans Wake von James Joyce, und zwar nicht nur A Shorter Finnegans Wake, herausgegeben von Anthony Burgess

Welchem Buch eines anderen Autoren hätten Sie (noch) mehr Erfolg gewünscht und warum?

Meine abenteuerlichen Schriften von Edmund Mach, herausgegeben von Uwe Schütte. Edmund Mach (1929 – 1996), ein Sprachkünstler aus dem „Haus der Künstler“ in der damaligen Landesnervenklinik Gugging. Einfach mein Lieblingsdichter, dessen Lyrik mich überrascht, rührt, verstört, zum Lachen bringt, inspiriert.

Haben Sie ein Lieblingsbuch?

Die Reduktion auf eines ist so unmöglich wie auf jene drei für die einsame Insel. Darum würde ich an dieser Stelle eine meiner Hauptfiguren, den Kriminalpolizisten Richard Lukastik sprechen lassen, für den tatsächlich nur eins in Frage kommt: der Tractatus logico-philosophicus in der schönen, roten edition-suhrkamp-Ausgabe.

Welches Buch lesen Sie zur Zeit?

Keines, weil ich zur Zeit eins schreibe. (Allerdings stöbere ich aus Recherchegründen in Thomas Manns Der Zauberberg.)

Gibt es den perfekten Mord?

Also wenn’s den gibt, dann ist es ja wohl nicht Sinn und Zweck, daß wir erkennen, daß es ihn gibt. Wie ja auch eine Fälschung nur so lange ihren Zweck erfüllt, als wir sie nicht als solche durchschauen.